Gesundheitsversorgung neu gedacht: Landkreis treibt Zukunftsprojekt mit Fraunhofer Institut voran

01.04.2026

Gemeinsame Mitteilung des Landkreises Prignitz und des Fraunhofer-Zentrums für Digitale Diagnostik ZDD®

Bürgerinnen und Bürger in der Region. Das haben auch verschiedene Beteiligungsprozesse rund um das Projekt „Prignitz 2040“ gezeigt: Kaum ein Thema wurde so häufig als Herausforderung für die nächsten Jahre genannt wie die Sorge um eine verlässliche ärztliche Versorgung im ländlichen Raum.

Dieses Ergebnis nutzte der Landkreis Prignitz als Ausgangpunkt, um das Thema gezielt und lösungsorientiert voranzutreiben. Seit rund sechs Monaten arbeitet die Kreisverwaltung deshalb gemeinsam mit dem Fraunhofer-Zentrum für Digitale Diagnostik ZDD® daran, neue Lösungsansätze für die Region zu entwickeln.

Den Auftakt bildete eine Fachveranstaltung im Februar 2026 in Perleberg. Dort hatten Ärztinnen und Ärzte, Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Kliniken, Apotheken und weiteren Gesundheitsbereichen die Chance, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen – und klar benannt, wo es aktuell Probleme gibt: bei Abstimmungen, Versorgungsengpässen, Abläufen und Belastungen an den Schnittstellen im Versorgungssystem.

Darauf aufbauend führt das Fraunhofer ZDD® derzeit vertiefende Gespräche mit den regionalen Akteurinnen und Akteuren. Ziel ist es, konkrete Projekte zu entwickeln, die die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessern und die Versorgung langfristig sichern können. Dabei werden insbesondere Ansätze diskutiert, die auf einer digitalen Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Hausarztpraxen beruhen, um so die Kompetenzen der beteiligten Akteure zu nutzen, Informationsverluste an den Schnittstellen zu vermeiden und unnötige Verzögerungen oder Wiederholungen von Untersuchungen zu reduzieren.

Der Landkreis Prignitz begleitet diesen Prozess eng, bringt regionale Akteure mit den Wissenschaftlern zusammen. Landrat Christian Müller wirbt für Offenheit gegenüber neuen Ansätzen und für eine Zusammenarbeit mit dem Institut: „Wir werden die Herausforderungen in der medizinischen Versorgung nur bewältigen, wenn wir neue Wege denken und ausprobieren. Die Digitalisierung kann dabei ein Baustein sein. Mit dem Fraunhofer Institut haben wir eine professionelle Begleitung und holen wissenschaftliches Knowhow in den Landkreis.“

Parallel wird an einem Förderantrag gearbeitet, um erste Vorhaben auf den Weg zu bringen. Ergänzend werden weitere Ideen geprüft, wie beispielsweise die Einbindung digitaler Anwendungen in der medizinischen Versorgung. Ein solches Vorhaben könnte perspektivisch auch in der Prignitz erprobt werden. Die Projekte werden dabei so angelegt, dass sie auch über die Region hinaus nutzbar sind. Ziel ist es, Ansätze zu entwickeln, die sich auch auf andere ländliche Regionen übertragen lassen und damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung auf nationaler Ebene leisten können.

Die Prignitz hat die Chance, sich dauerhaft als modellhafte Gesundheitsregion zu etablieren. Ob daraus konkrete Lösungen entstehen, hängt aber auch mit davon ab, wie aktiv sich die Beteiligten vor Ort in den weiteren Prozess einbringen werden.

© Landkreis Prignitz 


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